Gelenkchirurgie nach der Gesundheitsreform:
„Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz – wird jetzt alles besser?“
Gesundheitsvortrag am 26. März 2025 um 18 Uhr im Sana Klinikum Hof
Die „Krankenhausreform“, die seit langem für Gesprächsstoff und Schlagzeilen sorgt, heißt offiziell „Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz“. Professor Dr. Matthias Schürmann, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädischen Chirurgie am Sana Klinikum Hof, präsentiert am Mittwoch, 26. März, um 18 Uhr einen Vortrag mit dem Titel „Gelenkchirurgie nach der Gesundheitsreform: Das ,Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz‘ – wird jetzt alles besser?“ Der Experte lädt ein: „Erfahren Sie, wie Reformen die Behandlung und Nachsorge beeinflussen, und welche Möglichkeiten für Therapieansätze das Sana Klinikum Hof bietet.“
Chefarzt Schürmann wird erläutern, warum 2004 eine Abkehr von der bis dahin üblichen Vergütung nach Belegung erfolgte, und warum wiederum die danach eingeführte Vergütung nach Diagnose und Behandlung dafür sorgte, dass in manchen Bereichen sehr viele Operationen durchgeführt und die konservative Medizin abgewertet wurde.

Ziel des geplanten Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes sei es, wie Professor Dr. Matthias Schürmann erklärt, die Kosten zu senken, aus Sicht der Politik eine bessere Steuerbarkeit zu gewährleisten, die Daseinsvorsorge sicherzustellen und die Qualität der Behandlungen auf hohem Niveau zu halten.
„Ein positiver Aspekt davon ist beispielsweise, dass die Notfallmedizin gestärkt werden soll.“ Das bedeute, große Krankenhäuser wie das Sana Klinikum Hof, die 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche sowohl Personal als auch Geräte für Notfall-Einsätze bereithalten, sollen künftig für diese Vorhaltung bezahlt werden – „ein wichtiger Schritt für den Erhalt der Notfallmedizin“.
Auch dass, wie vor vielen Jahren von den ärztlichen Fachgesellschaften angestoßen, bei Operationen gewisse Qualitätsstandards eigehalten und Mindestmengen vorgewiesen werden müssen, habe seinen Sinn. Aber es berge – je nachdem, wie die Kriterien festgelegt werden – die Gefahr, dass manche Fachabteilungen von heute auf morgen schließen müssen. „Das mag in Regionen mit einer großen Bevölkerungsdichte, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, für die Bevölkerung wenig spürbar sein – im ländlichen Raum wäre das jedoch anders.“ Es bestehe die Möglichkeit, dass kleine Krankenhäuser schließen oder, wenn sie bestimmte Fächer nicht mehr bedienen dürfen, viele Patienten über größere Strecken verlegen müssen.
Auch die Folgen auf die Ausbildung junger Ärzte seien gravierend: „Wir brauchen in Krankenhäusern dringend Generalisten.“ Das Sana Klinikum Hof bilde viele Nachwuchskräfte aus und könne diese, beispielsweise im Bereich der Endoprothetik, sowohl alle Standard-Operationen an Schulter, Hüfte und Knie als auch individuelle, schwierige Operationen nach Unfällen und Stürzen zeigen. Mit zunehmender Spezialisierung und Standardisierung wird das an immer weniger Krankenhäusern möglich sein, worunter die Ausbildung von Ärzten leiden könnte.
Professor Schürmann betont, warum Generalisten so wichtig sind: „Ein von Arthrose geschädigtes Hüftgelenk zu operieren, funktioniert immer ähnlich. Aber man kann sich das Hüftgelenk bei einem Sturz oder Unfall auf 25 verschiedene Arten brechen. Das kann sehr anspruchsvoll sein – und damit sollte ein Unfallchirurg umgehen können.“
Vortrag
Der Vortrag findet am Mittwoch, 26. März, um 18 Uhr im Konferenzsaal des Sana Klinikum Hof statt.
Der Eintritt ist frei.
Im Anschluss an den Vortrag dürfen die Besucher Fragen stellen.
Expertenkontakt
Sana Klinikum Hof
Abteilung Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie
Sekretariat
Tel.: 09281 98-2236
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